Warum der Arbeitsweg im Hotel schwerer wiegt als in anderen Branchen
Hotels arbeiten zu Zeiten, in denen der öffentliche Verkehr dünn ist: frühe Frühstücksdienste, späte Abenddienste, Nachtrezeption und Wochenenden. Viele Hotels liegen zudem in Innenstädten mit teurem Wohnraum oder außerhalb, am Flughafen, an der Küste oder in den Bergen. Mitarbeitende wohnen deshalb oft weiter weg. Eine Fahrt, die tagsüber zwanzig Minuten dauert, kann um 23:30 Uhr eine Stunde dauern oder gar nicht mehr möglich sein. Wer das ignoriert, sieht es an Verspätungen, Tauschanfragen, Krankmeldungen und Kündigungen in den ersten Monaten.
Die Fahrzeit schon bei der Rekrutierung berücksichtigen
Beginnen Sie bei der Stellenanzeige und im ersten Gespräch, nicht erst, wenn jemand schon im Haus ist:
• Beginn- und Endzeiten ehrlich nennen: schreiben Sie „Dienste ab 6:00 Uhr“ oder „Feierabend gegen Mitternacht“ in die Anzeige.
• Konkret nach dem Weg fragen: Wie kommt die Person um 5:30 Uhr ins Hotel und nach dem Spätdienst wieder nach Hause? Lassen Sie die Verbindung tatsächlich prüfen.
• Wochenende und Feiertage prüfen: Fahrpläne sind dann oft dünner als unter der Woche.
• Festhalten, was Sie bieten können: Fahrtkostenzuschuss, Fahrrad, Fahrgemeinschaft oder ein fester Dienst, der zur letzten Verbindung passt.
Wer den Weg vorab getestet hat, springt in den ersten Wochen seltener ab.
Den Dienstplan auf den Verkehr abstimmen
Kleine Anpassungen im Dienstplan wirken oft stärker als ein höherer Zuschuss:
• Dienste an Verbindungen koppeln: Lassen Sie einen Spätdienst zehn Minuten früher enden, wenn dadurch der letzte Bus oder Zug erreichbar wird, und organisieren Sie die Übergabe entsprechend.
• Mitarbeitende nach Richtung gruppieren: Wer nah beieinander wohnt, kann bei gleichen Diensten gemeinsam fahren.
• Früh und spät nicht in einer Woche mischen: Ein Spätdienst gefolgt von einem Frühdienst lässt Menschen mit langem Weg zu wenig Schlaf.
• Feste Früh- oder Spätteams: Manche arbeiten lieber immer früh oder immer spät, weil ihr Weg dann planbar ist.
Halten Sie pro Person fest, welche Dienste mit dem eigenen Verkehrsmittel machbar sind, damit die Dienstplanung das berücksichtigt.
Praktische Regelungen, die funktionieren
Es gibt keine Standardlösung, aber diese Maßnahmen sehen wir in Hotels häufig:
• Fahrtkostenzuschuss: einfach und gut in der Anzeige zu erklären. Prüfen Sie je Land, was steuerlich günstig ist.
• Fahrrad oder E-Bike: praktisch im Umkreis weniger Kilometer, auch wenn der Nahverkehr abends endet. Sorgen Sie für einen sicheren Abstellplatz.
• Taxi oder Heimfahrt nach dem letzten Dienst: beschränken Sie das auf Dienste, die wirklich nach der letzten Verbindung enden, mit klarer Absprache, wer bucht.
• Shuttle: sinnvoll für Hotels außerhalb oder am Flughafen mit vielen Mitarbeitenden zu gleichen Zeiten.
• Parkplatz: für Mitarbeitende mit Auto ist ein kostenloser oder günstiger Platz oft entscheidend.
• Mitarbeiterunterkunft: bei Saisonarbeit oder abgelegenen Standorten löst eine Unterkunft das Wegeproblem manchmal auf einen Schlag.
Sicherheit bei Spät- und Nachtdiensten
Beim Arbeitsweg geht es nicht nur um Zeit und Geld. Wer nach Mitternacht allein zum Bahnhof oder Parkplatz geht, fühlt sich nicht immer sicher. Vereinbaren Sie, dass Kolleginnen und Kollegen das Haus gemeinsam verlassen, sorgen Sie für gute Beleuchtung am Personaleingang und am Fahrradstellplatz, und klären Sie, wen jemand anrufen kann, wenn die letzte Verbindung ausfällt. Sprechen Sie das Thema in Teambesprechungen an; Mitarbeitende bringen es selten von sich aus auf.
Signale, dass der Arbeitsweg Sie Personal kostet
Achten Sie auf Muster statt auf Einzelfälle:
• Wiederholte Verspätungen beim selben Dienst: oft beim ersten Dienst des Tages oder sonntags.
• Viele Tauschanfragen für Spätdienste: besonders von Mitarbeitenden, die außerhalb wohnen.
• Kündigung kurz nach der Probezeit: im Austrittsgespräch heißt es dann „der Weg wurde mir zu viel“.
• Bewerber, die nach dem Dienstplangespräch absagen: die Arbeit passt, Zeiten und Weg nicht.
Fragen Sie in Bleibe- und Austrittsgesprächen ausdrücklich nach dem Arbeitsweg. Er gehört zu den am leichtesten lösbaren Kündigungsgründen.
Checkliste für HR, Abteilungsleitungen und General Manager
• Stehen Beginn- und Endzeiten ehrlich in der Stellenanzeige?
• Fragen Sie im Gespräch, wie die Person zum frühesten und spätesten Dienst fährt?
• Weiß die Dienstplanung pro Person, welche Dienste mit dem eigenen Verkehrsmittel machbar sind?
• Gibt es eine Regelung für Dienste, die nach der letzten Verbindung enden?
• Sind Personaleingang und Fahrradstellplatz sicher und beleuchtet?
• Fragen Sie in Bleibe- und Austrittsgesprächen nach dem Arbeitsweg?
Wann AXXAZ Hospitality hilft
AXXAZ Hospitality liefert zuverlässiges Hospitality-Personal an Hotels in ganz Europa. Bei frühen, späten oder abgelegenen Diensten achten wir schon in der Auswahl auf Wohnort, Verkehrsmittel und Verfügbarkeit, damit Kandidaten die Dienste auch wirklich erreichen. Grundlage ist ein klares Personalbriefing. Kontakt aufnehmen.
In einem Satz
Berücksichtigen Sie die Fahrzeit ab der Stellenanzeige, stimmen Sie Spät- und Frühdienste auf die letzte und erste Verbindung ab, und haben Sie eine feste Lösung für Dienste außerhalb davon.
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