Warum die Nebensaison ein Risiko für die Mitarbeiterbindung ist
In vielen Hotels sinkt die Auslastung nach dem Sommer oder nach der Skisaison deutlich. Weniger Gäste bedeuten weniger Dienste, und für Mitarbeitende mit flexiblem Vertrag oder kleinem Stundenumfang bedeutet das sofort weniger Einkommen. Wer seine Fixkosten nicht mehr decken kann, sucht einen Nebenjob oder eine andere Stelle. Gerade die besten Leute finden am schnellsten etwas Neues. Die Folgen zeigen sich ein paar Monate später: Im Frühjahr rekrutieren Sie erneut, arbeiten neue Leute ein und starten mit einem unerfahrenen Team in die Hochsaison.
Zuerst festlegen, wen Sie das ganze Jahr brauchen
Beginnen Sie nicht beim Dienstplan, sondern bei der Frage, welches Team Sie im Frühjahr wieder an Bord haben wollen:
• Das Stammteam je Abteilung: Welche Funktionen müssen das ganze Jahr besetzt sein, etwa Rezeption, Nachtrezeption, Housekeeping und Küche?
• Schlüsselpersonen für die nächste Saison: Wer trägt Wissen über Gäste, Systeme und Abläufe, und wer arbeitet später neue Kolleginnen und Kollegen ein?
• Mitarbeitende mit Entwicklungspotenzial: Leute, denen Sie im nächsten Jahr eine größere Rolle geben wollen.
• Wer gern weniger arbeitet: Studierende, Rentnerinnen und Rentner oder Menschen mit anderen Verpflichtungen, denen eine ruhigere Zeit gut passt.
So sehen Sie, wo die Stunden am dringendsten gebraucht werden und bei wem ein Rückgang das größte Kündigungsrisiko bedeutet.
Stunden fair verteilen und früh kommunizieren
Unsicherheit vertreibt Menschen schneller als ein paar Stunden weniger. Was hilft:
• Den Winterdienstplan früh bekannt geben: Sagen Sie so früh wie möglich, mit wie vielen Stunden die Mitarbeitenden ungefähr rechnen können, damit sie selbst planen können.
• Stunden bewusst verteilen: Geben Sie dem Stammteam Vorrang und setzen Sie nicht einige Leute auf null, während andere volle Wochen arbeiten.
• Urlaub in ruhige Wochen legen: Ermutigen Sie Mitarbeitende, ihren Urlaub in der Nebensaison zu nehmen, damit sie in der Hochsaison verfügbar sind.
• Jahresarbeitszeit prüfen: Manche Hotels arbeiten mit einem Jahresarbeitszeitmodell oder einem Arbeitszeitkonto, bei dem Mehrstunden aus der Hochsaison in ruhigen Monaten ausgeglichen werden. Ob und wie das zulässig ist, hängt vom Land, vom Tarifvertrag und vom Arbeitsvertrag ab. Lassen Sie das von HR oder einer Beratung prüfen.
• Ehrlich sein, wenn es weniger wird: Wer weiß, woran er ist, trifft bessere Entscheidungen als jemand, der von Woche zu Woche abwarten muss.
Die ruhigen Monate sinnvoll nutzen
Eine ruhige Woche ist keine verlorene Woche. Stunden, die nicht in Gäste fließen, können oft ins Team fließen:
• Schulung und Cross-Training: Bringen Sie Rezeptionsmitarbeitenden den Frühstücksservice bei oder dem Housekeeping die Grundlagen der Rezeption, damit Sie in Spitzenzeiten flexibler sind.
• Kurse und Nachweise: etwa Hygiene, Allergene, Erste Hilfe oder ein Sprachkurs, je nachdem, was in Ihrem Land üblich oder vorgeschrieben ist.
• Projekte: Grundreinigung, Inventur, Instandhaltung, neue Arbeitsanweisungen oder die Vorbereitung einer neuen Speisekarte.
• Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen: Wer jetzt anfängt, kann in Ruhe lernen, bevor es voll wird.
• Entwicklung besprechen: Nutzen Sie die Zeit für Bleibegespräche und Absprachen über eine größere Rolle in der nächsten Saison.
Mitarbeitende, die merken, dass sie in ruhigen Monaten etwas lernen, sehen die Nebensaison weniger als Zeit, die man nur überbrücken muss.
Wenn Sie wirklich weniger Leute brauchen
Nicht jedes Hotel kann das ganze Team das ganze Jahr beschäftigen. Dann entscheidet die Art des Abschieds über die nächste Saison:
• Klar über das Enddatum sein: Sagen Sie frühzeitig, wann ein Saisonvertrag endet und warum.
• Die Rückkehr konkret vereinbaren: Sagen Sie, wen Sie in der nächsten Saison gern wiedersehen und wann Sie sich melden.
• In Kontakt bleiben: Eine kurze Nachricht im Winter oder eine Einladung zu einem Teamabend hält die Verbindung warm.
• Die Regeln prüfen: Regeln zu aufeinanderfolgenden befristeten Verträgen, Kündigungsfristen und Arbeitslosengeld unterscheiden sich stark von Land zu Land. Prüfen Sie, was für Ihre Situation gilt, bevor Sie Absprachen treffen.
Signale, dass Sie in der Nebensaison Leute verlieren
Achten Sie auf Veränderungen, die einer Kündigung oft vorausgehen:
• Wiederholte Bitten um mehr Stunden: ein Zeichen, dass das Einkommen nicht mehr reicht.
• Weniger Verfügbarkeit: Wer plötzlich feste Tage nicht mehr kann, hat manchmal schon einen zweiten Job.
• Fragen nach Zeugnis oder Arbeitsbescheinigung: oft ein Vorbote einer Bewerbung anderswo.
• Stillere Teammitglieder: weniger Beteiligung an Besprechungen oder an der Planung.
Suchen Sie rechtzeitig das Gespräch. Eine andere Verteilung der Stunden, ein Kurs oder eine konkrete Absprache für das Frühjahr kann oft noch viel bewirken.
Checkliste für HR, Abteilungsleitungen und General Manager
• Wissen Sie je Abteilung, wer zum Stammteam gehört, das Sie das ganze Jahr halten wollen?
• Kennen die Mitarbeitenden den Winterdienstplan rechtzeitig?
• Werden die Stunden bewusst verteilt, mit Vorrang für das Stammteam?
• Planen Sie Urlaub und Schulungen in den ruhigsten Wochen?
• Gibt es mit Saisonkräften Absprachen über die Rückkehr und den Kontakt im Winter?
• Sind die Regeln zu Verträgen und Stunden in Ihrem Land geprüft?
Wann AXXAZ Hospitality hilft
AXXAZ Hospitality liefert zuverlässiges Hospitality-Personal an Hotels in ganz Europa. In der Nebensaison können Sie mit einem kleineren Stammteam arbeiten und nur für volle Wochenenden, Events oder Feiertage zusätzliche Kräfte einsetzen, damit Ihre eigenen Mitarbeitenden ihre Stunden behalten. Vor der Hochsaison helfen wir, das Team wieder auf volle Stärke zu bringen. Grundlage ist ein klares Personalbriefing. Kontakt aufnehmen.
In einem Satz
Legen Sie fest, wen Sie das ganze Jahr halten wollen, verteilen Sie die Stunden fair und früh, nutzen Sie ruhige Wochen für Schulungen und treffen Sie konkrete Absprachen für die nächste Saison.
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