Warum ein kurzes Telefonat hilft
In Hotels kommen Bewerbungen oft gebündelt, besonders für Rezeption, Housekeeping und Frühstück. Wenn Sie alle sofort einladen, sitzt Ihre Abteilungsleitung ganze Nachmittage in Gesprächen, die nach zehn Minuten hätten klar sein können. Ein kurzes Telefonat prüft die Grundlagen: Kann die Person die Schichten arbeiten, spricht sie die nötigen Sprachen, und stimmt ihr Bild von der Stelle. Das eigentliche Gespräch dreht sich danach um Können und Haltung.
Wann es funktioniert und wann nicht
Ein Vorgespräch lohnt sich vor allem bei vielen Bewerbungen, bei Stellen mit harten Anforderungen (Nachtdienst, Wochenenden, eine zweite Sprache) und bei Bewerbern, die weiter entfernt wohnen. Bei ein oder zwei starken Bewerbungen auf eine schwer zu besetzende Stelle planen Sie besser direkt ein Gespräch oder Probearbeiten. Ein zusätzlicher Schritt kostet dann mehr Zeit, als er bringt, und ein guter Kandidat hat sich oft auch anderswo beworben.
Was Sie fragen
Halten Sie sich an eine feste, kurze Liste, damit Sie Bewerber fair vergleichen können:
• Verfügbarkeit: welche Tage und Schichten, ab wann, und ob Früh- oder Spätdienste passen.
• Stunden und Vertragsform: Vollzeit, Teilzeit oder nur Spitzen und Saison.
• Sprachen: Führen Sie einen Teil des Gesprächs in der Sprache der Gäste, wenn diese Anforderung wirklich gilt.
• Anfahrt: Ist die Person bei einem Frühdienst um 6:00 Uhr pünktlich vor Ort?
• Erwartungen: eine kurze Erläuterung der Stelle und des Gehaltsniveaus, und ob das passt.
• Eine Erfahrungsfrage: etwa wie jemand einen vollen Check-in oder einen vollen Frühstücksraum gemeistert hat.
Was Sie nicht fragen
Fragen zu Alter, Familienplanung, Gesundheit, Religion oder Herkunft gehören nicht in ein Auswahlgespräch, auch nicht in ein lockeres Telefonat. Fragen Sie nach dem, was für die Stelle zählt: Kann die Person die Schichten arbeiten und die Aufgaben erledigen. Lassen Sie auch tiefe Fachfragen und lange Fallbeispiele weg; sie gehören ins eigentliche Gespräch oder ins Probearbeiten. Das Telefonat ist kein Verhör, sondern eine schnelle Prüfung, ob es sinnvoll ist, weiterzumachen.
Zeitpunkt und Dauer
Rufen Sie möglichst innerhalb von ein bis zwei Werktagen nach der Bewerbung an. Je länger Sie warten, desto wahrscheinlicher hat der Bewerber schon anderswo zugesagt. Planen Sie zehn bis fünfzehn Minuten ein und schicken Sie vorab eine kurze Nachricht mit einem Terminvorschlag, damit jemand, der gerade arbeitet, nicht mitten in der Schicht angerufen wird. Halten Sie die Antworten nach jedem Telefonat sofort in Ihrem ATS oder Ihrer Liste fest, nicht erst am Ende des Tages.
Vom Telefonat zum Gespräch
Passt es, planen Sie den nächsten Schritt noch während des Telefonats. Bieten Sie zwei oder drei konkrete Termine an, nennen Sie, wer beim Gespräch dabei ist und was den Bewerber erwartet, etwa ein kurzer Rundgang oder Probearbeiten. Schicken Sie am selben Tag eine Bestätigung. Passt es nicht, sagen Sie das ehrlich und freundlich, und fragen Sie, ob Sie die Person für eine andere Stelle oder eine spätere Saison ansprechen dürfen.
Häufige Fehler
• Zu lange reden: Ein Telefonat von vierzig Minuten ist ein Vorstellungsgespräch ohne Vorbereitung.
• Jedes Mal andere Fragen: Dann können Sie Bewerber nicht vergleichen.
• Erst nach einer Woche anrufen: Die besten Leute sind dann schon weg.
• Kein Folgetermin: Ein „wir melden uns“ ohne Datum wirkt wie eine Absage.
• Nur wegen eines holprigen Telefonats absagen: Nicht jeder ist am Telefon stark, arbeitet aber an der Rezeption oder auf der Etage sehr gut.
Checkliste für General Manager, HR und Abteilungsleitungen
• Haben Sie pro Stelle eine feste Liste mit fünf bis sechs Fragen?
• Rufen Sie innerhalb von ein bis zwei Werktagen nach der Bewerbung an?
• Ist das Telefonat in zehn bis fünfzehn Minuten erledigt?
• Prüfen Sie nur Anforderungen, die für die Stelle wirklich gelten?
• Planen Sie den nächsten Schritt im Telefonat und bestätigen ihn am selben Tag?
• Halten Sie Antworten sofort fest, damit eine Kollegin oder ein Kollege übernehmen kann?
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In einem Satz
Nutzen Sie innerhalb von ein bis zwei Werktagen ein kurzes, festes Telefonat, um Verfügbarkeit, Sprache und Erwartungen zu prüfen, und planen Sie bei Passung direkt das Gespräch, damit Sie schneller filtern, ohne gute Kandidaten zu verlieren.
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