Warum feste Fragen besser funktionieren als ein freies Gespräch
In einem freien Gespräch bekommt jeder Bewerber andere Fragen. Wer angenehm erzählt, schneidet gut ab, auch wenn die Stelle etwas anderes verlangt. Wenn Sie allen Bewerbern für dieselbe Stelle dieselben Kernfragen stellen, können Sie die Antworten nebeneinanderlegen und sehen schneller, wer zur Schicht, zur Abteilung und zum Team passt.
Feste Fragen machen das Gespräch nicht steif. Sie geben Halt, sodass Zeit bleibt, bei dem nachzufragen, was wirklich zählt.
Fragen, die Sie allen Bewerbern stellen
• Verfügbarkeit: Welche Schichten können Sie arbeiten (Früh, Spät, Nacht, Wochenende), und gibt es feste Tage, an denen es nicht geht?
• Stunden und Starttermin: Wie viele Stunden pro Woche suchen Sie, und wann können Sie anfangen?
• Anfahrt: Wie kommen Sie zu einer Früh- oder Spätschicht ins Hotel, auch wenn keine öffentlichen Verkehrsmittel fahren?
• Druck: Erzählen Sie von einer vollen Schicht, in der vieles gleichzeitig schiefging. Was haben Sie zuerst getan?
• Gäste: Erzählen Sie von einem unzufriedenen Gast. Was haben Sie gesagt, und wie ging es aus?
• Team: Was tun Sie, wenn eine Kollegin oder ein Kollege den eigenen Teil der Arbeit nicht fertig macht?
Fragen je Abteilung
• Rezeption: Wie gehen Sie mit einer Überbuchung um? Mit welchem Reservierungssystem haben Sie gearbeitet? Welche Sprachen sprechen Sie im echten Gespräch mit einem Gast, nicht nur auf dem Papier?
• Housekeeping: Wie viele Zimmer pro Schicht sind Sie gewohnt, und in welcher Art Hotel? Was prüfen Sie, bevor Sie ein Zimmer freigeben? Was tun Sie, wenn Sie etwas finden, das ein Gast zurückgelassen hat?
• Küche: An welchen Posten haben Sie gearbeitet? Wie gehen Sie mit Allergenen und Hygienevorschriften um? Wie halten Sie das Tempo bei vollem Restaurant oder einem Bankett?
• Service und Bar: Wie viele Tische betreuen Sie in einer vollen Schicht? Wie gehen Sie mit einer Beschwerde über ein Gericht um? Wie lehnen Sie einen Gast ab, der zu viel getrunken hat?
• Nachtdienst: Was tun Sie allein bei einem Notfall oder einem schwierigen Gast? Haben Sie schon einen Nachtabschluss oder Kassenabschluss gemacht? Wie bleiben Sie in den letzten Stunden aufmerksam?
Wie Sie die Antworten vergleichen
• Fragen Sie nach einem echten Beispiel: „Was würden Sie tun?“ liefert die erwartete Antwort. „Erzählen Sie von einem Mal, als …“ zeigt, was jemand wirklich getan hat.
• Bewerten Sie direkt nach dem Gespräch: Geben Sie je Kernfrage eine einfache Punktzahl, zum Beispiel von eins bis drei, und notieren Sie einen Satz zur Begründung.
• Legen Sie vorher fest, was zählt: Bestimmen Sie je Stelle, welche zwei oder drei Punkte entscheidend sind, etwa Verfügbarkeit am Wochenende oder eine zweite Sprache.
• Zu zweit führen: Nehmen Sie wenn möglich die Abteilungsleitung dazu. Zwei Personen, die getrennt bewerten, sehen mehr als eine.
Wie lange ein gutes Gespräch dauert
Für die meisten operativen Stellen reichen zwanzig bis dreißig Minuten: kurze Vorstellung, die Kernfragen, die Abteilungsfragen und Zeit für Fragen des Bewerbers. Für Stellen mit Führungsverantwortung planen Sie mehr Zeit oder ein zweites Gespräch ein. Verbinden Sie das Gespräch wo möglich mit einem kurzen Rundgang oder einem Probearbeitstag, damit der Bewerber sieht, wo er arbeiten wird.
Fallstricke
• Nur über den Lebenslauf sprechen: Erfahrung auf dem Papier sagt wenig darüber, wie jemand einen vollen Frühstücksservice übersteht.
• Selbst zu viel reden: Wenn die Gesprächsführung den größten Teil der Zeit spricht, wissen Sie danach wenig über den Bewerber.
• Verfügbarkeit zu spät erfragen: Ein starker Bewerber, der keine Wochenenden arbeiten kann, passt nicht zu einer Stelle, die vor allem Wochenenden verlangt. Fragen Sie früh.
• Fragen ohne Bezug zur Arbeit: Fragen zu Familienplanung, Herkunft oder Religion gehören nicht in ein Vorstellungsgespräch und sind in vielen europäischen Ländern unzulässig.
• Zu lange mit der Entscheidung warten: Gute Bewerber haben oft mehrere Gespräche. Sagen Sie innerhalb von ein bis zwei Arbeitstagen, wie es weitergeht.
Checkliste für General Manager, Personalabteilung und Abteilungsleitungen
• Haben Sie je Stelle feste Kernfragen, die Sie allen Bewerbern stellen?
• Fragen Sie Verfügbarkeit, Stunden, Starttermin und Anfahrt zu Beginn ab?
• Stellen Sie je Abteilung zwei oder drei gezielte Fragen zur echten Arbeit?
• Fragen Sie nach echten Beispielen statt danach, wie jemand es tun würde?
• Bewerten Sie direkt nach dem Gespräch, am besten zu zweit?
• Sagen Sie dem Bewerber innerhalb von ein bis zwei Arbeitstagen, wie es weitergeht?
Wann AXXAZ Hospitality hilft
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In einem Satz
Stellen Sie allen Bewerbern dieselben Kernfragen zu Verfügbarkeit, Druck, Gästen und Team, ergänzen Sie je Abteilung zwei oder drei Fragen zur echten Arbeit, fragen Sie nach echten Beispielen, bewerten Sie direkt nach dem Gespräch und sagen Sie innerhalb von ein bis zwei Arbeitstagen, wie es weitergeht.
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